ZOLLER | Z.magazin 2018

Rüstzeiten minimiert, Zerspanleistung um bis zu 15 Prozent gesteigert „Insbesondere bei den Großmaschinen, die sechs bis sieben Stunden Laufzeit haben und bei denen bis zu 60 Werkzeuge für ein Werkstück im Einsatz sind, summier­ ten sich die Rüstzeiten; vor allem, wenn der Facharbei­ ter auch noch Zeit mit der Werkzeugsuche verbrachte“, erklärt Arbeitsvorbereiter Florian Niggemeier die Aus­ gangslage. Durch die Kombination aus externer Werk­ zeugeinstellung und -verwaltung ist die Rüstzeit bei ANFOTEC heute erheblich reduziert, denn die Werkzeug­ suche entfällt, und es wird hauptzeitparallel gerüstet. „Die Organisation ist tipptopp, und der Erfolg ist da: Wir haben zwischen zehn und fünfzehn Prozent mehr Zer­ spanleistung“, bestätigt Geschäftsführer Hast. „Der Facharbeiter bestückt den Werkzeugwechsler, kontrol­ liert nochmals alle technologisch relevanten Einstel­ lungen, und die Maschine läuft. Früher haben unsere Facharbeiter alles an der Maschine selbst eingerichtet. Speziell für Wiederholteile sind die Einrichteblätter des ZOLLER-Systems ein großer Vorteil.“ 20–50 Prozent weniger Werkzeugkosten Für den Aufbau der Werkzeugverwaltung wurde eigens eine „Stabsstelle“ eingerichtet – alle Komponenten und Komplettwerkzeuge wurden systematisch erfasst, und ein transparenter Prozessflow von der Anlage bis zur Nachbestellung wurde aufgebaut. „Im ZOLLER-Tool­ management-System sind heute bereits über 1.200 Komplettwerkzeuge und mehr als 2.000 Einzelkompo­ nenten angelegt“, erklärt Niggemeier. Alle Werkzeuge werden zentral verwaltet und sind dank der ZOLLER-La­ gerortverwaltung sofort im Schrank auffindbar. Mit dem Modul „Bestellwesen“ werden Werkzeuge genau zum richtigen Zeitpunkt nachbestellt. „Natürlich muss man bei der Einführung eines Toolmanagement-Systems in­ terne Überzeugungsarbeit leisten, Gewohnheiten ab­ bauen und die Mitarbeiter von Anfang an mitnehmen“, so Niggemeier. Durch die Werkzeugverwaltung in Kom­ bination mit einer verringerten Lieferantenvielfalt ha­ ben sich die Werkzeugkosten drastisch gesenkt. „Das hat sich wirklich gelohnt“, resümiert Christian Hast, „die Kosten im Einkauf haben sich im ersten Jahr fast halbiert!“ Inzwischen hat sich die Ersparnis immerhin auf 20–30 Prozent im Vergleich zu vorher eingependelt. Sicher und einfach zu mehr Produktivität Gerade im Bereich Prototypenfertigung hat sich die Umstellung auf die ZOLLER TMS Tool Management Solu­ tions ausgezahlt. Hier werden wertvolle Teile an teuren Maschinen produziert. Der Facharbeiter profitiert nicht nur von der schnellen Umrüstzeit, sondern auch von mehr Sicherheit an der Maschine bei der unbemannten Zerspanung. Für die Werkzeugeinstellung werden enge Toleranzen festgelegt. Werden diese nicht eingehalten, dann wird das Werkzeug erst gar nicht für die Maschine freigegeben. „Die Nutzeroberfläche des Einstell- und Messgeräts von ZOLLER ist sehr einfach zu bedienen. Man wird super durch den Messvorgang geführt, auch ein Nicht-Zerspaner kann am »venturion« ein Werkzeug einstellen und vermessen“, erläutert Hast. Hier geht nichts mehr schief, werkzeugbedingte Maschinen­ crashs gehören der Vergangenheit an. Die Zukunft wird noch besser „Der Erfolg ist da – doch natürlich kann man das noch ausbauen. Die Schnittstelle zum CAM-System ,Solid­ Cam´ etwa wird derzeit noch nicht in vollem Umfang ge­ nutzt. Und auch die Datenübertragung vom Einstellge­ rät an die Maschinen werden wir uns näher ansehen, vor allem die neue Lösung »zidCode«, die ZOLLER anbietet“, gibt der ANFOTEC-Geschäftsführer einen Ausblick. Das Wichtigste ist bereits erreicht: schnellere Umrüstung plus Sicherheit in Bezug aufs Werkzeug, und damit deutlich schnellere Durchlaufzeiten. Bei ANFOTEC wird heute produziert anstatt gerüstet. „Die Organisation ist tipptopp, und der Erfolg ist da: Wir haben zwischen 10 und 15 Prozent mehr Zerspanleistung.“ Christian Hast, Geschäftsführer bei ANFOTEC Antriebstechnologie GmbH T I TELTHEMA 34 Z.magazin 2018

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