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Fragt man einen Laien, wie eine Werkzeugschneide sein sollte, ist die

Antwort meist: so scharf wie möglich. Und natürlich stimmt es, dass

scharfe Schneiden weniger Kraftaufwand benötigen. Allerdings neigen

zu scharfe Kanten zu Ausbrüchen – und diese führen zu Schäden am

Werkstück und erhöhtem Verschleiß des Werkzeugs. Deshalb versuchen

Experten mit einer gezielten Schneidkantenpräparation (SKP) die

perfekte Balance zwischen Schärfe und Stabilisierung der Schneide

herzustellen. Dazu werden die Kanten verrundet, oder es wird eine Fase

angebracht – und manchmal auch beides zusammen.

Sicherer. Schneller. Sparsamer.

In jedem Fall hat die SKP enorme Vorteile: Die Kantenfestigkeit ist gestei-

gert, die Schneide insgesamt stabilisiert, später aufgebrachte Beschich­

tungen halten besser, und der Spanablauf ist optimiert, ebenso wie die

Schmierungseigenschaften und der Temperaturausgleich. Alles in allem

werden die Prozesssicherheit erhöht, die Werkzeugleistung gesteigert

und die Werkzeugkosten durch signifikant höhere Standzeiten gesenkt.

Architektur der Effizienz

Angesichts der vielen Vorteile ist es nicht verwunderlich, dass immer

ausgefeiltere Schneidkantenarchitekturen entwickelt und getestet

werden. Je nachdem, welche Form gewünscht ist, werden die Kanten

geschliffen, gebürstet oder mit Mikrostrahlen bearbeitet. Welcher

Architekturtypus am effizientesten ist – und ob mit Verlauf oder ohne,

symmetrisch oder asymmetrisch – hängt wiederum von der Anwendung

und den verwendeten Schneidstoffen ab. Bei all den möglichen Optio-

nen bleibt die Frage, wie sich die Schneidkantenpräparationen ermitteln,

messen und nachweisen lassen – inklusive Radius, Fase, K-Faktor, Form

und Schartigkeit. Schließlich führen fehlerhafte Präparationen wieder

zu den Problemen, die sie eigentlich verhindern sollen.

Messung der Kantenverrundung:

berührungslos möglich mit

CNC-schwenkbarem »Z3dCam«-

Sensor von ZOLLER.

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Z.magazin 2016

SCHNE I DKANTENPRÄPARAT I ON