Stimmt es, dass Ihre Kunden mit »flash« Maschinenstill-
standzeiten reduzieren und eine deutliche Einsparung an
Werkzeugkosten erreichen? Wie funktioniert das?
Ja, die Praxis bei den Kunden, die »flash« im Einsatz
haben, zeigt ganz klar, wie wirtschaftlich es ist. Da-
mit sieht man auf einen Blick, welche Werkzeuge in
den nächsten Stunden an den Maschinen benötigt
werden. Diese werden termingerecht vorbereitet sowie
die Werkzeuge ausgetauscht, und die Lagerhaltung
an der Maschine entfällt. Unsere Kunden können so
nach und nach die Lagerhaltung sowie den Werkzeug-
umlauf reduzieren. Das senkt die Kosten für Werkzeuge
enorm. Die an der Maschine zu ersetzenden Werkzeuge
stehen just-in-time für den nächsten geplanten Werk-
zeugwechsel zur Verfügung.
Zieht mit Softwarelösungen wie diesen die Fertigungs-
branche anderen Branchen in puncto 4.0 endlich nach?
Nun, in vielen Lebensbereichen haben wir uns daran
gewöhnt, Informationen auf Knopfdruck und in Echtzeit
zu erhalten. Nur in der Fertigungspraxis sieht das oft
noch anders aus – hier ist man häufig noch zu Fuß an die
Maschine unterwegs, um die Standzeit eines Werkzeugs
herauszufinden. Insofern gibt es im Maschinenbau
schon Nachholbedarf. Doch jetzt wird rasant aufgeholt,
Softwarelösungen wie »flash« werden in Zukunft immer
mehr eingesetzt, ebenso wie Automationslösungen
verstärkt nachgefragt werden.
Herr Zoller, haben Sie außer »flash« weitere Lösungen für
die Smart Factory anzubieten?
Ja, etwa die in diesem Magazin vorgestellten Möglich-
keiten für den digitalen Datentransfer vom Einstellgerät
an die CNC-Maschine. Das ist aber längst nicht alles –
wir sind mit der intelligenten Verknüpfung realer und
virtueller Werkzeugdaten ganz vorne dabei. Ein anderes
Beispiel ist das „Cost per Part“-Modul (CPP) – damit
können Kunden den Werkzeugeinsatz und die Auswahl
der Werkzeuge permanent optimieren.
Herr Zoller, leben Sie in Ihrem Unternehmen selbst „4.0“?
Wir haben schon immer auf effiziente Prozesse gesetzt.
Schon vor 20 Jahren haben wir weltweit eine Dokumen-
tenverwaltung eingeführt, mit der wir fast zeitgleich auf
allen Märkten die gleichen Artikel tagesaktuell anbieten
können. Unser Ziel ist eine Produktivitätssteigerung
jedes Jahr, nur so kann unser Unternehmen ohne
Preiserhöhungen weiter wachsen. 2017 ist es auf alle
Fälle ein Ziel, uns intern für neue Herausforderungen
noch besser aufzustellen, weiter zu digitalisieren.
Stichwort Digitalisierung: Bedrohung oder Chance?
Ganz klar Chance! Die Digitalisierung kommt jetzt end-
gültigbei unsan, unddarüber sindwir sehr froh.Wir bieten
mit unseren Produkten den Kunden vielfältige Möglich-
keiten, effizienter zu arbeiten. Es werden weltweit immer
mehr CNC-Maschinen eingesetzt, mit denen unsere
Lösungen kommunizieren können. Unsere Produkte sor-
gen dafür, dass die Maschinen laufen und nie stillstehen.
Es liegt nur an uns selbst, die Chance der Digitalisierung
zu nutzen, uns weiterzuentwickeln. Natürlich ist das
auch ein Wettlauf zwischen den Ländern. In Asien, wo
ich viel unterwegs bin, werden beispielsweise auf Hoch-
touren Smart Factorys aufgebaut. Hier geht es darum,
wer sich am besten aufstellt und am schnellsten ist.
Wir sind auf allen Märkten präsent und bieten schnell
und gezielt die passenden Lösungen für die verschie-
denen internationalen Anforderungen an.
Interview mit Christoph Zoller,
Geschäftsführer E. Zoller GmbH & Co. KG
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Z.magazin 2017




